Warum sollte man das MHD unabhängig vom Etikett drucken?
Wenn deine Rezeptur sich nicht ständig verändert, dann sind die meisten Pflichtangaben auf dem Etikett relativ statisch. Die Nährwerte und die Zutatenliste verändern sich nicht allzu regelmäßig. Das Haltbarkeitsdatum wiederum ändert sich. Es handelt sich also um eine Variable auf dem Etikett. Du möchtest also nicht für jede Produktion ein komplett neues Etikett anfertigen müssen, sondern eigentlich nur die Daten austauschen, die sich auch wirklich verändern. In der Regel sind dies Daten wie das MHD und die Chargennummer. Diese Daten müssen also regelmäßig mit jeder Produktion erneuert werden. Die Häufigkeit der Produktion wiederum hängt mit der Haltbarkeit zusammen. Manche Betriebe produzieren nur einmal monatlich nach – und müssen dann auch nur einmal monatlich das Mindesthaltbarkeitsdatum auf dem Etikett anpassen. Das wiederum lässt sich noch einfacher operativ verwalten. Aber wenn man jetzt alle paar Tage eine neue Charge produziert, dann braucht man ein System um sicherzustellen, dass auch immer das richtige MHD auf dem Etikett landet. Je nach Anwendungsfall und Einsatzbereich gibt’s in der Praxis somit verschiedene Lösungsansätze um das MHD auf dem Etikett zu drucken. In diesem Artikel möchte ich dir einmal einige typische Lösungen zeigen – und natürlich auch zeigen, wie dir die Rezeptrechner Software bei der Lebensmittelkennzeichnung helfen kann.
Wie kann ich das MHD auf dem Etikett zu drucken?
Grundsätzlich würde ich 4 verschiedene Möglichkeiten unterscheiden um das MHD auf dem Etikett zu drucken. Im folgenden gehen wir die einzelnen Methoden einmal durch und ich erläutere die Vor- und Nachteile.
1) Komplett-Etikett inkl. MHD als Datei generieren und „als Ganzes“ drucken
Hier wird das Etikett (Zutaten, Allergene, Nährwerte etc.) fertig erstellt und das MHD direkt mit eingetragen, bevor gedruckt wird (z. B. als PDF/Etikettdatei aus der Software). Das passt besonders gut für Betriebe mit überschaubarer Produktzahl und klaren Produktionszyklen, wo man das Datum sauber vor dem Druck setzt und eher Lebensmittel mit kürzerer Haltbarkeit hat, bei denen man in der Regel mit schwarz-weißen Etiketten zufrieden ist. Beispiele hierfür können sein: Eingemachtes im Glas, Pralinen-/Schokoladenhersteller, Feinkost im Glas oder auch Konditoreien.
Welche MHD Software eignet sich zum Drucken auf dem Etikett?
Mit der Rezeptrechner Software kannst du für deine Rezepte automatisch die Nährwerte pro 100g berechnen und Zutatenliste mit Allergenkennzeichnung generieren. Mit dem Etiketten Generator kann man außerdem auch direkt ein vollständiges Etikett mit allen Pflichtangaben als Datei generieren. Bevor man die Datei als Bilddatei (PNG, JPG, PDF) generiert, kann man das MHD anpassen, indem man das Datum aktualisiert. Das MHD wird dann automatisch aktualisiert auf Basis des Produktionsdatums und der Haltbarkeit in Tagen vom Lebensmittel.
2) Hochwertiges Hauptetikett vorproduzieren + MHD später auf Etikett ergänzen
Das Hauptetikett ist ein vollwertiges, hochwertiges Label (oft farbig, hochauflösend, ggf. aus der Druckerei) und wird in großer Menge vorproduziert. Das MHD kommt später dazu – entweder als kleines Zusatzetikett oder als Druck in ein freigelassenes Feld. Das ist ideal, wenn du hochauflösende, farbige Etiketten in großer Menge druckst (oder drucken lässt) und das Datum flexibel bleiben soll. In der Praxis wird entweder ein Feld für das MHD freigelassen oder ein kleines separates Datums-/Chargenetikett ergänzt. Typische Fälle sind Pralinen-/Confiserie mit Premium-Design, Konditorei-Desserts im Glas/Becher, Feinkost (Dips, Dressings, Salate), Metzger-Feinkost im SB-Becher oder Gläser mit Eingemachtem, wenn das Layout immer gleich bleibt, aber Produktionsdaten variieren.
Welcher Etikettendrucker kann das MHD als Variable drucken?
Einige Brother Etikettendrucker für Lebensmittel bieten die Möglichkeit, auf den Etiketten Variable zu platzieren. Das funktioniert dann wie folgt:
- Etikett als PNG-Datei aus Rezeptrechner herunterladen: Man generiert das Etikett als Bilddatei in der Rezeptrechner Software (empfohlen als PNG mit transparentem Hintergrund). Für das MHD sollte dabei etwas Platz frei bleiben auf dem Etikett
- Etikett in der Brother Software p-touch einfügen und eine Variable einfügen. Hier definiert man die Rechenlogik: Produktionsdatum (heute) + x Tage Haltbarkeit
- Brother-Datei exportieren zum Etikettendrucker – Voraussetzung ist, dass der Etikettendrucker Speichermöglichkeiten hat – ansonsten kann man dies auch direkt vom PC drucken – setzt dann aber immer Voraus, dass man am PC ist – während das Speichern im Drucker noch schneller ist weil man nur eine Nummer wählen muss
- Am Etikettendrucker die gewünschte Vorlage wählen und drucken
Eine Übersicht passender Etikettendrucker für Lebensmittel von Brother findest du hier.
Eine Schritt-für-Schritt Anleitung, wie du das MHD drucken kannst mit einem Etikettendrucker von Brother findest du in diesem Artikel.
Tipp: Daten für Etikett per Schnittstelle exportieren
Möchte man gerne hochauflösende Etiketten nutzen, so kann man die Etiketten in einen professionellen Druckservice haben. Mit der Rezeptrechner Software verwaltet man die Rezepte online und ermittelt die Daten für die Lebensmmittelkennzeichnung. Diese Daten (Nährwerte, Zutatenliste, Allergene pro Rezept) kann man dann über eine Schnittstelle direkt zu dem Drucksystem schicken. Einige Schnittstellen existieren bereits. So kann man mit der Schnittstelle vom Rezeptrechner zu DataNatuRe heute die Nährwerte, Zutatenliste und Allergene schon auf Knopfdruck exportieren. In DataNatuRe können die Daten dann direkt online angezeigt werden – oder für den Druckservice weiterverarbeitet werden. Weitere Schnittstellen zu anderen System-Anbietern können bei Bedarf entwickelt werden. Sprecht uns an oder schreibt eine E-Mail an [email protected].
3) Datum auf Verpackung/Deckel/Boden oder als reinen Datumsdruck – unabhängig vom Etikett
Hier steht Effizienz im Vordergrund: MHD/Charge wird separat aufgebracht, oft per Direktdruck (Inkjet/Laser) oder Datumsdrucker – entweder auf eine freie Stelle am Etikett oder direkt auf die Verpackung. Wenn das Datum nicht direkt neben „mindestens haltbar bis“ steht, brauchst du den „siehe Boden/Deckel“-Hinweis auf dem Etikett.
Typisch bei höheren Stückzahlen, bestimmten Verpackungen (Beutel/Folie/Karton) oder wenn du sehr schnell „durchtakten“ musst: Metzger SB, Abfüllung, Produktionsküche/Catering, Bäckerei-Snacks to go.
4) Stempel oder Handauszeichner (manuell) – Datum/Charge ergänzen
Wie berechne ich die Haltbarkeit meiner Lebensmittel?
Sowohl in der Rezeptrechner Software als auch im Brother Etikettendrucker kann man das MHD also automatisch berechnen auf Basis der Haltbarkeit. Dann stellt sich natürlich die Frage, wie man die Haltbarkeit für die Rezepte berechnen kann. Eine direkt Rechenmethode gibt es hierfür leider nicht. Aber es gibt Erfahrungswerte. In dem Artikel zur Mindesthaltbarkeits-Tabelle zeige ich typische Haltbarkeiten für Lebensmittel, an denen man sich orientieren kann.