MHD drucken mit Brother Etikettendrucker

MHD drucken mit Brother Etikettendrucker

Wer regelmäßig neue Chargen von einem Lebensmittel produziert, der muss auch ständig das MHD auf dem Etikett anpassen. Das kann nervig sein und auch schnell übersehen werden. Um das MHD variabel anpassen zu können, gibt es die Möglichkeit das MHD als Variable im Etikettendruckers zu hinterlegen. Das hat den Vorteil, dass sich das Datum dann mit dem jeweiligen Produktionsdatum anpasst. Der Drucker rechnet also automatisch das neue Datum aus. Dafür gibt man lediglich die Haltbarkeit mit.

Vor kurzem habe ich in einem Artikel die verschiedenen Möglichkeiten erläutert, wie man das Mindesthaltbarkeitsdatum drucken kann

In diesem Artikel zeige ich einmal Schritt-Für-Schritt, wie man mit dem Brother Etikettendrucker TD-2350DSA vorgeht. Grundsätzlich kann man die Variablen in fast allen Druckern hinterlegen und speichern. Besonders praktisch ist die Speicherfunktion, weil man die Vorlagen dann direkt im Drucker speichert und nur noch die Anzahl der Etiketten wählen muss. Wenn der Drucker darüberhinaus noch WLAN-fähig ist, dann kann man diesen einfach direkt in in der Produktionsküche aufstellen und benötigt gar keinen PC oder Laptop mehr.

Lebensmittelkennzeichnung leicht gemacht

Mit der Rezeptrechner Software kannst du auf Basis deiner Rezepte Lebensmitteletiketten erstellen und drucken. Mit Hilfe der Software gibst du Rezepte (Zutaten und Mengen) ein. Die Software berechnet dann die Nährwerte pro 100g auf Basis der Rezepte. Die Zutaten werden in die richtige Reihenfolge gebracht und man erhält Vorschläge zur Allergenkennzeichnung. Auch die QUID-Angabe kann direkt berechnet werden. Du kannst dich kostenlos registrieren und ein paar Funktionen auch eigenständig ausprobieren.

MHD drucken auf Lebensmittel Etikett

Video Anleitung: MHD als Variable auf Etikett drucken

in dieser Video Anleitung erläutere ich noch einmal kurz und knackig, wie du das MHD als Variable auf dem Etikett drucken kannst.

Schritt-Für-Schritt Anleitung: MHD als Variable auf Etikett drucken

Im folgenden erläutere ich die einzelnen Schritte, die du im Video siehst, noch einmal in Text Form.

Schritt 1) Etiketten Vorlage als JPG herunterladen

Die Etiketten Vorlage mit den Daten habe ich im Vorwege mit der Rezeptrechner Software erstellt. Hier habe ich die Rezeptdaten eingegeben (Zutaten, Mengen). Mit dem Etiketten Generator wird dann ein Lebensmitteletikett auf Basis der Rezeptdaten generiert. Die Daten sollten natürlich immer noch einmal vom Hersteller geprüft werden – Anpassungen können händisch vorgenommen werden. Das Etikett kann man aus der Rezeptrechner Software als JPG Bild herunterladen. Sollte der Download als JPG nicht möglich sein, vergewissere dich, dass du weiß als Hintergrundfarbe eingestellt hast. Mit einem transparenten Hintergrund kann man das JPG nicht generieren.

Schritt 2) JPG im P-Touch Editor einfügen

Nun öffne den p-touch Editor von Brother und stelle sicher, dass die p-touch Editor Software mit deinem Drucker verknüpft ist (ggf. nur mit Windows PC möglich). Solltest du einen Macbook verwenden, dann kannst du die Etiketten mit der Rezeptrechner Software erstellen und direkt mit dem MHD herunterladen. Das Einfügen der Variablen im p-touch Editor ist in dem Falle leider bisher nicht möglich.

Lade das Bild von der Etiketten-Vorlage im P-Touch Editor hoch indem du auf „Bild“ klickst und die Datei auswählst. .

Im Vorwege sollte hier schon die richtige Papiergröße eingestellt sein. Wenn dem nicht so ist, dann wechsle einmal in die Druckereinstellungen und erstelle dort ein passendes Papierformat (wie genau du das Papierformat einstellst, erfährst du auch in dieser Anleitung zum Etikettendrucker einrichten).

Nun kannst du das Bild vom Etikett in der Papier-Vorlage in der -Touch Software richtig positionieren.

Schritt 3) MHD als Variable ergänzen

Füge nun ein neues Text-Feld ein. Du kannst hier nun auswählen, ob die Variable eine Uhrzeit oder ein Datum sein soll. Für das MHD nutzen wir das Datum und geben darunter ein, wie die Rechenlogik sein soll – in unserem Falle also „heutiges Produktionsdatum + x Tage“. Das x ersetzt du mit der Haltbarkeit für dein Lebensmittel (z.B. 400 Tage).

Achte darauf, dass du vor dem Datum noch „Mindestens haltbar bis“ stehen hast. Das kannst du ebenfalls per Text einfügen. Mehr zu den Mindesthaltbarkeitsdatum Vorschriften findest du in dem verlinkten Artikel.

Schritt 4) Vorlage an Drucker übertragen

Nun können wir die Vorlage auch bereits an den Drucker übertragen. Das hat den Vorteil, dass man die Vorlage dann direkt im Drucker gespeichert hat.

Wähle dazu Datei –> Vorlage übertragen und gib der Vorlage noch einen kurzen Namen, damit du diese im Drucker wiederfindest. Klicke im Anschluss auf Übertragen. 

Nachdem die Übertragung erfolgreich abgeschlossen ist, sollte die Vorlage nun im Drucker auftauchen und hier angezeigt werden.

Schritt 5) Vorlage drucken

Nun wählst du auf dem Display vom Etikettendrucker einfach die Vorlage aus und gibst an, wie oft das Etikett gedruckt werden soll. Probiere nun 1-2 Tage in Folge aus, ob sich das MHD automatisch verändert. Das MHD sollte sich automatisch berechnen basierend auf dem Produktionsdatum und der Haltbarkeit. 

Typische Probleme, die beim Drucken aufkommen können:

Mein Brother Etikettendrucker passt das Datum nicht an, was kann ich tun?

Wird das Datum nicht angepasst, dann liegt es vermutlich daran, dass ein temporäres festes Datum im Drucker hinterlegt ist. Du kannst dies über die Einstellungen vom Brother Drucker drucken. Öffne dazu das Menü und wähle „Vorlageneinst.“. Im nächsten Display navigiere mit der Tastatur nach unten und wähle temporäres Datum. Dies sollte aus AUS stehen. Falls nicht, passe dies an und probiere es erneut.

Die Schrift auf dem Etikett ist kaum zu lesen – wie kann ich die Auflösung verbessern?

Überprüfe hierzu die Druckdichte vom Drucker. Diese findest du im Menü unter „Einstellungen“ –> Druckdichte. Wähle die höchste Druckdichte aus und versuche es erneut.

Wie kann man Lebensmitteletiketten selber drucken?

Generelle Tipps und Tricks, wie man Lebensmitteletiketten selber drucken kann, findest du hier.

Wie kann man das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) drucken?

Wie kann man das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) drucken?

Wer Lebensmittel verkauft, musst sich auch mit den Vorschriften für das Mindesthaltbarkeitsdatum beziehungsweise Verbrauchsdatum vertraut machen. Dazu ist man gemäß Lebensmittelkennzeichnung verpflichtet. In einem anderen Artikel findest du die wichtigsten Fragen rund um die Handhabung vom Mindesthaltbarkeitsdatum (Abkürzung MHD). In diesem Artikel soll es um die praktische Umsetzung gehen und die Frage: Wie kommt das MHD eigentlich auf das Etikett? Wie kann man das Mindesthaltbarkeitsdatum drucken?

Warum sollte man das MHD unabhängig vom Etikett drucken?

Wenn deine Rezeptur sich nicht ständig verändert, dann sind die meisten Pflichtangaben auf dem Etikett relativ statisch. Die Nährwerte und die Zutatenliste verändern sich nicht allzu regelmäßig. Das Haltbarkeitsdatum wiederum ändert sich. Es handelt sich also um eine Variable auf dem Etikett. Du möchtest also nicht für jede Produktion ein komplett neues Etikett anfertigen müssen, sondern eigentlich nur die Daten austauschen, die sich auch wirklich verändern. In der Regel sind dies Daten wie das MHD und die Chargennummer. Diese Daten müssen also regelmäßig mit jeder Produktion erneuert werden. Die Häufigkeit der Produktion wiederum hängt mit der Haltbarkeit zusammen. Manche Betriebe produzieren nur einmal monatlich nach – und müssen dann auch nur einmal monatlich das Mindesthaltbarkeitsdatum auf dem Etikett anpassen. Das wiederum lässt sich noch einfacher operativ verwalten. Aber wenn man jetzt alle paar Tage eine neue Charge produziert, dann braucht man ein System um sicherzustellen, dass auch immer das richtige MHD auf dem Etikett landet. Je nach Anwendungsfall und Einsatzbereich gibt’s in der Praxis somit verschiedene Lösungsansätze um das MHD auf dem Etikett zu drucken. In diesem Artikel möchte ich dir einmal einige typische Lösungen zeigen – und natürlich auch zeigen, wie dir die Rezeptrechner Software bei der Lebensmittelkennzeichnung helfen kann.

Etiketten Generator mit MHD Rechner

Mit der Rezeptrechner Software kannst du für deine Rezepte auch direkt Lebensmitteletiketten zum ausdrucken erstellen. Mit dem integrierten MHD Rechner kannst du das MHD dabei auf Basis des Produktionstages und der Haltbarkeit aktualisieren. 

Wie kann ich das MHD auf dem Etikett zu drucken?

Grundsätzlich würde ich 4 verschiedene Möglichkeiten unterscheiden um das MHD auf dem Etikett zu drucken. Im folgenden gehen wir die einzelnen Methoden einmal durch und ich erläutere die Vor- und Nachteile.

1) Komplett-Etikett inkl. MHD als Datei generieren und „als Ganzes“ drucken

Hier wird das Etikett (Zutaten, Allergene, Nährwerte etc.) fertig erstellt und das MHD direkt mit eingetragen, bevor gedruckt wird (z. B. als PDF/Etikettdatei aus der Software). Das passt besonders gut für Betriebe mit überschaubarer Produktzahl und klaren Produktionszyklen, wo man das Datum sauber vor dem Druck setzt und eher Lebensmittel mit kürzerer Haltbarkeit hat, bei denen man in der Regel mit schwarz-weißen Etiketten zufrieden ist. Beispiele hierfür können sein: Eingemachtes im Glas, Pralinen-/Schokoladenhersteller, Feinkost im Glas oder auch Konditoreien.

MHD drucken auf Lebensmittel Etikett

Welche MHD Software eignet sich zum Drucken auf dem Etikett?

Mit der Rezeptrechner Software kannst du für deine Rezepte automatisch die Nährwerte pro 100g berechnen und Zutatenliste mit Allergenkennzeichnung generieren. Mit dem Etiketten Generator kann man außerdem auch direkt ein vollständiges Etikett mit allen Pflichtangaben als Datei generieren. Bevor man die Datei als Bilddatei (PNG, JPG, PDF) generiert, kann man das MHD anpassen, indem man das Datum aktualisiert. Das MHD wird dann automatisch aktualisiert auf Basis des Produktionsdatums und der Haltbarkeit in Tagen vom Lebensmittel.

2) Hochwertiges Hauptetikett vorproduzieren + MHD später auf Etikett ergänzen

Das Hauptetikett ist ein vollwertiges, hochwertiges Label (oft farbig, hochauflösend, ggf. aus der Druckerei) und wird in großer Menge vorproduziert. Das MHD kommt später dazu – entweder als kleines Zusatzetikett oder als Druck in ein freigelassenes Feld. Das ist ideal, wenn du hochauflösende, farbige Etiketten in großer Menge druckst (oder drucken lässt) und das Datum flexibel bleiben soll. In der Praxis wird entweder ein Feld für das MHD freigelassen oder ein kleines separates Datums-/Chargenetikett ergänzt. Typische Fälle sind Pralinen-/Confiserie mit Premium-Design, Konditorei-Desserts im Glas/Becher, Feinkost (Dips, Dressings, Salate), Metzger-Feinkost im SB-Becher oder Gläser mit Eingemachtem, wenn das Layout immer gleich bleibt, aber Produktionsdaten variieren.

Mindesthaltbarkeitsdatum auf MHD drucken

Welcher Etikettendrucker kann das MHD als Variable drucken?

Einige Brother Etikettendrucker für Lebensmittel bieten die Möglichkeit, auf den Etiketten Variable zu platzieren. Das funktioniert dann wie folgt:

  1. Etikett als PNG-Datei aus Rezeptrechner herunterladen: Man generiert das Etikett als Bilddatei in der Rezeptrechner Software (empfohlen als PNG mit transparentem Hintergrund). Für das MHD sollte dabei etwas Platz frei bleiben auf dem Etikett
  2. Etikett in der Brother Software p-touch einfügen und eine Variable einfügen. Hier definiert man die Rechenlogik: Produktionsdatum (heute) + x Tage Haltbarkeit
  3. Brother-Datei exportieren zum Etikettendrucker – Voraussetzung ist, dass der Etikettendrucker Speichermöglichkeiten hat – ansonsten kann man dies auch direkt vom PC drucken – setzt dann aber immer Voraus, dass man am PC ist – während das Speichern im Drucker noch schneller ist weil man nur eine Nummer wählen muss
  4. Am Etikettendrucker die gewünschte Vorlage wählen und drucken

Eine Übersicht passender Etikettendrucker für Lebensmittel von Brother findest du hier.

Eine Schritt-für-Schritt Anleitung, wie du das MHD drucken kannst mit einem Etikettendrucker von Brother findest du in diesem Artikel. 

MHD Etiketten drucken

Tipp: Daten für Etikett per Schnittstelle exportieren

Möchte man gerne hochauflösende Etiketten nutzen, so kann man die Etiketten in einen professionellen Druckservice haben. Mit der Rezeptrechner Software verwaltet man die Rezepte online und ermittelt die Daten für die Lebensmmittelkennzeichnung. Diese Daten (Nährwerte, Zutatenliste, Allergene pro Rezept) kann man dann über eine Schnittstelle direkt zu dem Drucksystem schicken. Einige Schnittstellen existieren bereits. So kann man mit der Schnittstelle vom Rezeptrechner zu DataNatuRe heute die Nährwerte, Zutatenliste und Allergene schon auf Knopfdruck exportieren. In DataNatuRe können die Daten dann direkt online angezeigt werden – oder für den Druckservice weiterverarbeitet werden. Weitere Schnittstellen zu anderen System-Anbietern können bei Bedarf entwickelt werden. Sprecht uns an oder schreibt eine E-Mail an [email protected].

3) Datum auf Verpackung/Deckel/Boden oder als reinen Datumsdruck – unabhängig vom Etikett

Hier steht Effizienz im Vordergrund: MHD/Charge wird separat aufgebracht, oft per Direktdruck (Inkjet/Laser) oder Datumsdrucker – entweder auf eine freie Stelle am Etikett oder direkt auf die Verpackung. Wenn das Datum nicht direkt neben „mindestens haltbar bis“ steht, brauchst du den „siehe Boden/Deckel“-Hinweis auf dem Etikett.
Typisch bei höheren Stückzahlen, bestimmten Verpackungen (Beutel/Folie/Karton) oder wenn du sehr schnell „durchtakten“ musst: Metzger SB, Abfüllung, Produktionsküche/Catering, Bäckerei-Snacks to go.

MHD auf Lebensmittel drucken

4) Stempel oder Handauszeichner (manuell) – Datum/Charge ergänzen

Das ist die Low-Tech-Variante: MHD/Charge wird gestempelt oder mit Handauszeichner etikettiert – entweder auf eine freie Stelle am Etikett oder irgendwo auf der Verpackung (auch hier ggf. mit „siehe …“-Hinweis). Das passt für kleine Mengen, wechselndes Sortiment oder Startphasen, z. B. kleine Hofläden, Mini-Manufakturen, Café mit gelegentlichen To-go-Gläsern, Bäckerei mit wenigen verpackten Artikeln. Bei Metzger/Catering kann es als Notlösung funktionieren, wird aber bei Volumen schnell fehleranfällig und uneinheitlich.

Wie berechne ich die Haltbarkeit meiner Lebensmittel?

Sowohl in der Rezeptrechner Software als auch im Brother Etikettendrucker kann man das MHD also automatisch berechnen auf Basis der Haltbarkeit und des Produktionsdatums. Das heißt, wenn du zum Beispiel heute am 1.3. produzierst und die Haltbarkeit ca. 1 Jahr (also 365 Tage beträgt), dann ergibt sich ein MHD 28.2.2027. Wichtig: Je länger die Haltbarkeit, desto ungenauer darf das MHD sein. Du brauchst dann teilweise nur den Monat und oder sogar nur das Jahr angeben. 

Dann stellt sich natürlich die Frage, wie man die Haltbarkeit für die Rezepte berechnen kann. Eine direkt Rechenmethode gibt es hierfür leider nicht. Aber es gibt Erfahrungswerte. In dem Artikel zur Mindesthaltbarkeits-Tabelle zeige ich typische Haltbarkeiten für Lebensmittel, an denen man sich orientieren kann.