Mindesthaltbarkeitsdatum Vorschriften

Mindesthaltbarkeitsdatum Vorschriften

Beim Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) handelt es sich um eine Pflichtangabe gemäß der Lebensmittelkennzeichnung. Die ordnungsgemäße Kennzeichnung der Lebensmittel stellt sicher, dass die Sicherheit und Qualität von verpackten Lebensmitteln gewährleistet wird. Das MHD gibt dabei an, bis zu welchem Zeitpunkt das Lebensmittel bei ordnungsgemäßer Lagerung seine spezifischen Eigenschaften wie Geschmack, Geruch und Textur behält. In diesem Artikel helfe ich Lebensmittelproduzenten und Direktvermarktern die Vorschriften bezüglich Mindesthaltbarkeitsdatum genauer zu verstehen.

Lebensmitteletiketten erstellen | Software

Mit der Rezeptrechner Software können Lebensmittel Produzenten und Direktvermarkter Zeit und Kosten sparen bei der Nährwertberechnung und Lebensmittelkennzeichnung. Zunächst werden die Rezepte (Zutaten und Mengen) in die Software eingegeben. Die Nährwerte pro 100g werden automatisch berechnet auf Basis vom Bundeslebensmittelschlüssel. Fehlen Zutaten, können eigene Zutaten mit eigenen Nährwertangaben im Konto hinterlegt werden. Im Anschluss können Etiketten automatisch generiert werden. Die Etiketten können dann als PDF oder Bilddatei (JPG, PNG) heruntergeladen und selbst ausgedruckt werden. Wer seine Etiketten lieber in den professionellen Druck gibt, kann dies ebenfalls machen und hierfür die Bilddateien verwenden.

Lebensmittelkennzeichnung Software (mit MHD)

Mit der Rezeptrechner Software können Produzenten für eigene Rezepte die Nährwertdeklaration und Lebensmittelkennzeichnung durchführen. Die erstellten Etiketten können im Anschluss direkt als Bilddatei (PNG, JPG) oder PDF heruntergeladen werden. 

Mindesthaltbarkeitsdatum Vorschriften

Definition und gesetzliche Grundlage

Die Vorschriften für das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) sind in der Europäischen Union durch die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) geregelt. In Deutschland und vielen anderen EU-Mitgliedstaaten wird das MHD gemäß den Bestimmungen der LMIV festgelegt und umgesetzt. Die LMIV legt die Anforderungen an die Kennzeichnung von Lebensmitteln fest, einschließlich des MHDs, um sicherzustellen, dass Verbraucher klare und genaue Informationen über die Haltbarkeit von verpackten Lebensmitteln erhalten.

In Artikel 2 Paragraph r) der LMIV wird das Mindesthaltbarkeitsdatum definiert. Dort heißt es, dass es sich beim MHD um das Datum handelt, bis zu dem ein Lebensmittel bei richtiger Aufbewahrung seine spezifischen Eigenschaften behält.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum gehört zu den Pflichtangaben auf der Lebensmittelverpackung oder dem Etikett.

MHD oder Verbrauchsdatum?

Ob du ein MHD oder ein Verbrauchsdatum angibst, hängt davon ab, wie schnell ein Produkt sicherheitsrelevant verdirbt: Das MHD („mindestens haltbar bis“) bedeutet, dass das Lebensmittel bis zu diesem Datum bei richtiger Lagerung seine typischen Eigenschaften (Geschmack, Konsistenz, Aroma) behält – danach ist es nicht automatisch schlecht, es muss aber geprüft werden. Das Verbrauchsdatum („zu verbrauchen bis“) ist deutlich strenger und wird für sehr leicht verderbliche Lebensmittel genutzt, bei denen nach Ablauf ein Risiko für die Gesundheit entstehen kann; solche Produkte dürfen nach dem Datum in der Regel nicht mehr verkauft werden. In der Praxis gilt: Je „frischer“ und mikrobiologisch sensibler (z. B. rohe tierische Produkte, frische Feinkost mit kurzer Haltbarkeit), desto eher ist das Verbrauchsdatum das richtige Instrument – bei vielen anderen Produkten reicht das MHD, solange Lagerbedingungen und Prozess sauber definiert sind.

Was muss auf dem Etikett stehen?

Für das MHD reicht „MHD: …“ allein in der Regel nicht – die LMIV verlangt, dass das Datum mit den Worten „mindestens haltbar bis …“ (wenn Tag/Monat/Jahr genannt werden) oder <>„mindestens haltbar bis Ende …“ (wenn nur Monat/Jahr genannt werden) eingeleitet wird; alternativ darf dort auch stehen „mindestens haltbar bis: siehe Deckel/Boden/…“, wenn das konkrete Datum an einer anderen Stelle der Packung aufgebracht ist. Eine Abkürzung wie „mind. haltbar bis“ wird in der Praxis häufig genutzt, aber rechtssicher bist du mit der ausgeschriebenen Formulierung.

Zur Schriftgröße gilt wie bei Pflichtangaben allgemein: gut lesbar, mit Mindest-x-Höhe mindestens 1,2 mm (bzw. 0,9 mm bei sehr kleinen Verpackungen).

Und wenn du dich fragst, wo man das MHD anbringen darf? Das MHD muss nicht im selben Sichtfeld wie Produktname stehen, aber es muss leicht auffindbar, gut sichtbar, lesbar und dauerhaft angebracht sein – wenn es nicht direkt neben der Formulierung steht, muss die Packung klar auf die Fundstelle verweisen („siehe …“).

MHD MHD: Was muss auf dem Etikett stehen?

Muss ich das Datum als Tag/Monat/Jahr angeben – und in welcher Reihenfolge?

Die Genauigkeit der Angabe vom MHD hängt von der Haltbarkeit vom Lebensmittel ab.

Sind Lebensmittel weniger als 3 Monate haltbar, muss der Tag und der Monat angegeben werden.

Sind Lebensmittel mehr als 3 Monate haltbar, muss der Monat und das Jahr angegeben werden. Der Tag darf freiwillig ebenfalls angegeben werden.

Bin ich verpflichtet eine Los-/ Chargenkennzeichnung anzubringen?

Rechtlich ist eine Los-/Chargenkennzeichnung grundsätzlich vorgeschrieben, wenn du vorverpackte Lebensmittel in den Verkehr bringst. Eine separate Losnummer kann aber entfallen, wenn dein MHD/Verbrauchsdatum unverschlüsselt mindestens mit Tag und Monat (in dieser Reihenfolge) angegeben ist – dann übernimmt das Datum die Los-Funktion. Zusätzlich kommt die „eigene Sicherheit“ aus der Praxis: Unabhängig vom Etikett brauchst du Prozesse, um im Fall der Fälle Waren zielgenau zurückrufen zu können – die Basis dafür ist die gesetzliche Rückverfolgbarkeit („one step back/one step forward“) nach Art. 18 VO (EG) 178/2002. Je kleinteiliger deine Rohstoff- und Produktionswechsel, desto mehr lohnt sich intern eine feinere Chargenlogik, damit du nicht unnötig viel Ware sperren musst.

Benötige ich ein MHD für lose Ware?

Für lose Ware in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung brauchst du meist kein MHD als Pflichtangabe für Gäste, weil MHD/Verbrauchsdatum vor allem bei vorverpackten Lebensmitteln für die Abgabe relevant ist.

In der Praxis heißt das aber nicht, dass du bei interner Produktion „ohne Datum“ arbeiten kannst: Wenn ihr z. B. größere Mengen Saucen, Dressings oder Komponenten vorkocht, abfüllt und über mehrere Tage weiterverarbeitet, brauchst du im Rahmen eures HACCP/Eigenkontrollsystems eine interne Kennzeichnung (typisch: „hergestellt am“, „zu verwenden bis“, Lagerbedingung wie „gekühlt“, ggf. Charge/Station). Das ist der Hebel, um Verwechslungen, Überlagerung und Sicherheitsrisiken zu vermeiden. Sobald diese abgefüllten Produkte als vorverpackte Ware nach außen gehen (To-go, Selbstbedienungs-Kühlregal, Verkauf, Weitergabe an andere Betriebe/Standorte), wird daraus wieder ein Kennzeichnungsthema – dann ist je nach Produkt ein MHD oder ggf. Verbrauchsdatum relevant.

 
 

Muss ich das MHD im Online Shop schon angeben?

Im Online-Shop gilt bei vorverpackten Lebensmitteln: Die meisten Pflichtangaben (z. B. Zutaten, Allergene, Nährwerte) müssen vor dem Kaufabschluss verfügbar sein – das MHD bzw. Verbrauchsdatum ist die zentrale Ausnahme und muss nicht schon im Shop stehen, sondern spätestens bei Lieferung/auf der Verpackung vorhanden sein. Beim Lieferservice/Gastro-Bestellungen ist es oft eher lose Ware bzw. „zubereitet zum zeitnahen Verzehr“: Hier steht weniger das MHD im Fokus, sondern dass verpflichtende Infos, die auch am „Verkaufsort“ gelten (vor allem Allergene), vor der Bestellung bereitgestellt werden. Wenn du allerdings vorverpackte To-go-Produkte verkaufst (z. B. abgefüllte Dressings, Desserts, Feinkost im Becher zur späteren Nutzung), dann ist das wieder klassischer Online-/Distanzhandel mit Verpackungskennzeichnung – und das Datum gehört dann auf die Ware bei Auslieferung.

Gibt es Ausnahmen für das Mindesthaltbarkeitsdatum?

In einigen Fällen muss tatsächlich gemäß LMIV kein Mindesthaltbarkeitsdatum (und auch kein Verbrauchsdatum) angegeben werden. Zu den Ausnahmen für das MHD gehören demnach:

  • frisches Obst und Gemüse – einschließlich Kartoffeln – (unbehandelt, also nicht geschält, geschnitten etc)
  • Wein, Likörwein, Schaumwein, aromatisiertem Wein
  • Getränke mit einem Alkoholgehalt von 10 oder mehr Volumenprozent;
  • Backwaren, die ihrer Art nach normalerweise innerhalb von 24 Stunden nach der Herstellung verzehrt werden
  • Essig
  • Speisesalz
  • Zucker (in fester Form)
  • Zuckerwaren, die fast nur aus Zuckerarten mit Aromastoffen und/oder Farbstoffen bestehen
  • Kaugummi

Wie kann man das MHD für eigene Lebensmittel oder Rezepte berechnen?

MHD Tabelle

Mindesthaltbarkeitsdatum Tabelle

Die folgende Mindesthaltbarkeitsdatum Tabelle zeige für typische Lebensmittelkategorien das MHD. Zudem kann man dort ablesen, inwiefern der Verarbeitungsgrad sowie die Aufbewahrungstemperatur das Mindesthaltbarkeitsdatum beeinflussen können. 

Mindesthaltbarkeitsdatum – Beispiele

Im folgenden findest du für einige Lebensmittelkategorien Beispiele für das Mindesthaltbarkeitsdatum:

Lebensmittelkategorie MHD
Frühstücksflocken 6 Monate
Konserven 2 Jahre
Pasta 1 Jahr
Trockenfrüchte 1 Jahr
Backwaren 3 Tage
Gewürze 2 Jahre
Getränke 1 Jahr
Snacks 6 Monate
Kekse 6 Monate
Getreideprodukte 2 Jahre

Schaut man sich dazu im Vergleich einmal die Beispiele für das Verbrauchsdatum einiger Lebensmittelkategorien an, wird schnell klar, wo die Unterschiede liegen.

Verbrauchsdatum – Beispiele

Hier sind die Beispiele für das Verbrauchsdatum von Lebensmittelkategorien, sortiert in einer Tabellenform mit dem angegebenen Verbrauchszeitraum:

 

Lebensmittelkategorie Verbrauchsdatum
Frischfleisch 3 Tage
Fisch 1 Tag
Milchprodukte 5 Tage
Eier 28 Tage
Frische Säfte 1 Tag
Frische Salate 1 Tag
Frische Teigwaren 2 Tage
Frische Desserts 3 Tage
Geflügelleber 1 Tag
Geräucherter Fisch 3 Tage

Etiketten Generator | Rezeptrechner

Mit der Rezeptrechner Software können Lebensmittelhersteller und Direktvermarkter für ihre Rezepturen vollständige Lebensmitteletiketten erstellen. Auf Basis der Zutatenliste und Mengenangaben werden automatisch die Nährwerte berechnet. Ebenso wird die Zutatenliste automatisch in das korrekte Format gebracht. Alle Pflichtangaben werden auf einem Lebensmitteletikett entsprechend abgebildet. Im Anschluss kann man das Etikett als Bilddatei (PNG, JPG) oder PDF herunterladen und ausdrucken. 

Kennzeichnung Etiketten mit MHD für Lebensmittel
Lebensmittel verkaufen – Vorschriften

Lebensmittel verkaufen – Vorschriften

Lebensmittel Verkaufen – Vorschriften

Hier findest du die wichtigsten Vorschriften, die du kennen solltest, wenn du selbstgemachte Lebensmittel verkaufen möchtest.

Im folgenden nenne ich nun einmal die wichtigsten Vorschriften, die du kennen solltest, wenn du Lebensmittel verkaufen möchtest. Nicht jede Vorschrift ist für alle Bereiche relevant. So gibt es beispielsweise sehr spezielle Verordnungen wie zum Beispiel die Kakaoverordnung oder Hackfleisch Verordnung, die nur ausgewählte Betriebe betrifft. Andere Vorschriften wie beispielsweise die LMIV oder die Lebensmittelhygiene Verordnung sind jedoch für alle Bereiche relevant, die selbstgemachte Lebensmittel herstellen und verkaufen.

LMIV 1169/ 2011 – Lebensmittelinformationsverordnung

LMIV steht für Lebensmittelinformationsverordnung. Wie der Name schon sagt, sind darin die Vorschriften zur Kennzeichnung der Lebensmittel geregelt. Die deutsche Fassung der LMIV findet man über diesen Link. Die Kennzeichnungspflicht gilt übrigens für alle Produkte, die in der EU verkauft werden. Je nachdem ob man verpackte oder lose Lebensmittel verkaufen möchte, sind die Auflagen zur Kennzeichnung etwas unterschiedlich. Die Vorschriften für die Lebensmittelverpackung und Etiketten sind deutlich umfangreicher als die Vorschriften für lose Ware in der Gastronomie. Mehr zu den Vorschriften von Lebensmittel Etiketten findest du auch in diesem Artikel. Teil der LMIV ist übrigens auch die Nährwertkennzeichnungsverordnung. Damit werden auch die Vorschriften über die Nährwertangaben geregelt. Die Vorschriften über die Nährwert betreffen dabei insbesondere vorverpackte Lebensmittel und Produkte, die online im Internet verkauft wird (siehe auch Lebensmittel im Internet verkaufen). Aber auch für Lieferdienste und sogar den kleinen Hofladen können diese Auflagen wichtig werden.

Wichtig ist, dass die Vorschriften auch für importierte Lebensmittel gelten. Einen einfachen Überblick über die Merkmale der LMIV findest du hier: LMIV – einfach erklärt.

Teilweise wurden später noch zusätzliche Leitfaden veröffentlicht um den Lebensmittel Produzenten weitere Orientierung zu geben. So ist das beispielsweise auch bei der QUID Kennzeichnung, zu der man später noch einen separaten Leitfaden veröffentlicht hat.

Lebensmittel Kennzeichnung | Software

Mit dem Rezeptrechner PRO Business stellen wir eine Software zur Verfügung, die Produzenten hilft Zeit & Kosten zu sparen bei der Kennzeichnung der Lebensmittel. Dabei fokussieren wir uns sowohl auf Manufakturen und Hersteller von verpackter Ware als auch auf die Gastronomie, Bäckerei und Konditoreien, die lose Ware verkaufen. Zu den praktischen Funktionen für verpackte Ware gehört der Etiketten Generator mit dem man Etiketten mit allen Pflichtangaben erstellen und als Datei zum drucken herunterladen kann. Für Rezepturen erfolgt im Vorwege eine Nährwertberechnung, sodass auch direkt die Nährwerttabelle sowie eine Zutatenliste mit angezeigt werden.

Für Gastronomen stellen wir auch automatische Vorschläge die die Allergenkennzeichnung und Kennzeichnung der Zusatzstoffe zur Verfügung. Darüber hinaus erhalten Nutzer Zugang zur Preiskalkulation und einer Funktion um eigene Produktdatenblätter zu erstellen. Mehr zum Rezeptrechner PRO Business erfährst du über diesen Link.

Kennzeichnung für Lebensmittel gemäß Vorschriften

Mit der Rezeptrechner Software kannst du die Kennzeichnung für verpackte Lebensmittel erstellen und Etiketten als Bilddatei oder PDF herunterladen und ausdrucken. Darüber hinaus besteht aber auch die Möglichkeit einen digitalen Produktpass herunterzuladen als PDF. Das ist insbesondere für die Produktkennzeichnung im Internet relevant, wenn du Lebensmittel online verkaufen möchtest.  

LMIDV 2017 – Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung

Als Ergänzung zur LMIV dient die LMIDV aus dem Jahre 2017. In dieser Verordnung wurden einige Vorschriften noch einmal konkreter beschrieben. Die Verordnung geht dabei noch einmal genauer aus den Bereich Gemeinschaftsverpflegung und Gastronomie (lose Ware ein). Darüber hinaus werden in der LMIDV auch noch einmal die Vorschriften konkreter formuliert für B2B Geschäfte. Bei B2B Geschäften geht es insbesondere um den Verkauf von Lebensmitteln an andere Lebensmittelunternehmer. Hierbei handelt es sich nicht um eine Abgabe an Endverbraucher. Dadurch ist eine kleine Grauzone entstanden, wodurch Unternehmer gegenüber anderen Unternehmern nicht unbedingt immer eine vollständige Produktspezifikation einfordern konnten. Diese wurde mit der LMIDV noch einmal konkretisiert.

LMHV – Lebensmittelhygiene Verordnung & HACCP Konzept

Wer Lebensmittel herstellen und verkaufen möchte, muss sich auch mit der Lebensmittelhygiene Verordnung vertraut machen. Diese Auflagen sind relativ offen gehalten, denn sie können stark variieren je nach Anwendungsfall. In jedem Falle benötigt man bei der Lebensmittelproduktion auch immer ein gutes Konzept für die Lebensmittelhygiene. Wichtig ist, dass jeder Mitarbeiter im verarbeitenden Betrieb einmal jährlich auch eine Lebensmittel Hygiene Schulung besuchen muss. Abgesehen davon gibt es diverse Vorschriften, die die folgenden Bereiche betreffen:

  • Betriebsstätte (Temperatur, Sauberkeit, Sanitäreinrichtungen, Beleuchtung),
  • Räume (Reinigung von Fußböden, Wandflächen, Decken, Fenstern, Oberflächen),
  • Anlagen und Geräte (Sauberkeit, Installation, Instandhaltung),
  • Umgang mit Lebensmitteln (Warenannahme, -überprüfung, -lagerung, -beförderung),
  • Personal (Schutzkleidung, Verhalten, Schulungen)
  • Rückstellproben entnehmen

Die Vorschriften verlangen vom Lebensmittel Unternehmer auch die Einführung des sogenannten HACCP Konzepts.

HACCP steht für:  Hazard (Gefährdung) Analysis (Analyse) Critical (Kritisch) Control (Lenkung) Point (Punkt)

Dabei handelt es sich um ein Eigenkontrollsystem. Zu den wichtigsten Bausteines eines solchen Hygiene Konzepts zählen:

  • Wareneingangskontrolle
  • Temperaturüberwachung
  • Reinigung und Desinfektionsplan
  • Schädlingsbekämpfung
  • Personalschulung
  • Rückverfolgbarkeit

Zusatzstoffe Zulassungsverordnung 1333 / 2008

Diese Verordnung aus dem Jahr 2008 regelt die erlaubten Zusatzstoffe in der EU und in Deutschland. Darin findet man eine Liste aller Zusatzstoffe mit E-Nummern, die in Lebensmitteln eingesetzt werden dürfen. Die vollständige Verordnung als PDF kannst du hier finden. Wie genau Zusatzstoffe zu kennzeichnen sind und eine Zusatzstoffe Liste als PDF zum ausdrucken findest du über diesen Link.

Aromenverordnung 1334 / 2008

Viele glauben, dass Aromen ebenfalls in der Zusatzstoffe Verordnung geregelt sind. Tatsächlich gibt es für Aromen aber noch einmal eine eigene Verordnung. Die Aromenverordnung stammt ebenfalls aus dem Jahr 2008. Die Vorschriften über Aromen, die beim Verkaufen von Lebensmitteln zu beachten sind, findest du hier.

Bio Verordnung 2018

Im Jahr 2018 wurde zudem noch die Bio Verordnung verabschiedet. Darin geht es um die ökologisch biologische Produktion und Kennzeichnung von ökologisch biologischen Lebensmitteln. Die Verordnung findet man hier.

Novell Food Verordnung 2015 / 2283

Die Verordnung über neuartige Lebensmittel, die erst in den letzten Jahren bekannt und in den Verkehr gebracht worden sind. Dabei handelt es sich sowohl um diversen vegane Fleischersatzprodukte aber auch viele Lebensmittel, die mit neuartigen Proteinen (gewonnen aus Pflanzen) experimentieren. Die vollständige Verordnung findest du hier.

Health Claims Verordnung 1924/ 2006

Die Health Claims Verordnung regelt die Angaben, die für Lebensmittel im Bezug auf Nährwerte und Gesundheit unter gewissen Bedingungen gemacht werden können. In dieser Verordnung werden die Vorschriften zusammengefasst über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben von Lebensmitteln. Das betrifft also insbesondere Marketing Botschaften beim Verkaufen der Lebensmittel.

Hackfleisch Verordnung 

Die Hackfleisch Verordnung ist mit Abstand eine der ältesten Verordnungen im Lebensmittel Bereich. Eine alte Version aus dem Jahr 1965 findet man hier.

Kakao Verordnung 

Die Kakao Verordnung stammt aus dem Jahr 2003. Das letzte Update erfolgt im Jahr 2017 (siehe Link). Darin wird insbesondere geregelt, unter welchen Bedingungen eine Bezeichnung für ein Lebensmittel genutzt werden darf, welche aus Kakao oder Schokolade besteht. Dabei geht es insbesondere um den Kakaogehalt aber auch um den Fettgehalt der Lebensmittel. Es wird konkret geregelt, wann man von einer Schokolade oder einer Milchschokolade reden darf. Ebenso wird geregelt, wann man von einer Praline sprechen darf. Mehr zum Thema Kennzeichnung Schokolade und der Kakaoverordnung findest du auch in diesem Artikel. 

Mindesthaltbarkeitsdatum

Mindesthaltbarkeitsdatum

Hier erkläre ich, wie kleine Lebensmittel Hersteller das Mindesthaltbarkeitsdatum ermitteln können gemäß gesetzlichen Vorschriften. Mit dem Rezeptrechner bieten wir hilfreiche Tools für kleine Lebensmittelproduzenten. Der Rezeptrechner eignet sich für kleine Manufakturen, Hofläden, Catering Firmen, Gemeinschaftsverpflegungen, Bäckereien, Metzgereien, Konditoreien, Cafés sowie alle Hersteller verpackter Lebensmittel. Wir helfen dabei, die Lebensmittelinformationsverordnung einzuhalten und konforme Lebensmitteletiketten mit Nährwertkennzeichnung zu erstellen. 

MHD für Lebensmittel Etiketten

Lebensmittel Etiketten mit MHD erstellen

Der Rezeptrechner PRO Business ist nicht nur eine Software zur Nährwertberechnung. Du kannst mit dem Rezeptrechner PRO Business auch direkt vollständige Lebensmittel Etiketten erstellen für deine Rezepte. Die Etiketten Vorlagen enthalten auch ein Mindesthaltbarkeitsdatum, welches du manuell anpassen kannst. Sobald du glücklich bist mit dem Layout, kannst du die Etiketten Vorlage als PNG, JPG oder PDF herunterladen und ausdrucken. Mehr zum Rezeptrechner PRO Business Zugang erfährst du über den Button. 

Definition Mindesthaltbarkeitsdatum

Definition: Das Mindesthaltbarkeitsdatum definiert, bis zu welchem Zeitpunkt ein Lebensmittel mindestens haltbar ist. Haltbar bedeutet dabei, dass das Produkt die Qualitätseigenschaften behält. Zu den typischen Qualitätseigenschaften gehören Geschmack, Geruch, Beschaffenheit, Aussehen und auch die Nährwerte. Häufig wird das Mindesthaltsbarkeitsdatum auch abgekürzt mit den Buchstaben MHD. Alternativ ist auch einfach nur die Rede vom Haltsbarkeitsdatum. das MHD ist durch den Lebensmittel Hersteller (Produzenzen) festzulegen.

MHD drucken auf Lebensmittel Etikett

Wie kann man das MHD drucken?

Das MHD ist das, was sich am häufigsten verändert an einem Lebensmitteletikett. Aus diesem Grund sollte man sich gut überlegen, ob man das MHD fertig mit auf das Etikett drucken lässt – oder lieber selbstständig später ergänzt. Es gibt hier verschiedene Ansätze um das MHD zu drucken. Die verschiedenen Möglichkeiten erläutere ich in diesem Artikel: Optionen um das MHD zu drucken

Entscheidet man sich dafür, das Etikett selbst zu drucken, dann zeige ich hier, wie das mit dem Etikettendrucker von Brother gut klappt. Der Vorteil ist, dass man dort auch das MHD als Variable hinterlegen kann. Das bedeutet, dass der Drucker dann automatisch ein neues MHD auf Basis vom heutigen Datum und der Haltbarkeit berechnet: MHD drucken mit Brother Etikettendrucker 

MHD Tabelle

Mindesthaltbarkeitsdatum Tabelle

Die folgende Mindesthaltbarkeitsdatum Tabelle zeige für typische Lebensmittelkategorien das MHD. Zudem kann man dort ablesen, inwiefern der Verarbeitungsgrad sowie die Aufbewahrungstemperatur das Mindesthaltbarkeitsdatum beeinflussen können. 

Gesetzliche Grundlage der Deklarationspflicht für Lebensmittel (LMIV)

Die Vorschriften zur Lebensmittelkennzeichnung sind in der Lebensmittelinformationsverordnung, kurz LMIV, geregelt. In der Verordnung wird unterschieden zwischen vorverpackten Lebensmitteln und loser Ware. Für vorverpackte Lebensmittel gibt es höhere Anforderungen. So benötigt ein vorverpacktes Lebensmittel eine deutlich komplexere Lebensmittel Produktbeschreibung. Teil der Produktbeschreibung, die auf dem Etikett der Lebensmittel Verpackung angebracht sein muss, ist auch das Mindesthaltbarkeitsdatum. In Ausnahmefällen wird statt dem Mindesthaltbarkeitsdatum das Verbrauchsdatum benötigt. Den Unterschied erläutere ich weiter unten in diesem Artikel. Es gibt auch noch einige Ausnahmen, die grundsätzlich kein MHD benötigen. Das gehören zum Beispiel folgende Lebensmittel:

  • alkoholische Getränke mit mehr als 10 Volumenprozent Alkohol
  • Zucker
  • sehr zuckerhaltige Lebensmittel, die fast nur aus Zucker bestehen
  • Wein

Zudem gibt es einige Lebensmittel, die so schnell faulen, dass ebenfalls kein MHD erforderlich ist. Hierzu gehören:

  • frisches Obst
  • frisches Gemüse
  • ungeschälte Kartoffeln

Mit dem Rezeptrechner hast du die Möglichkeit vollständige Lebensmitteletiketten mit Mindesthaltbarkeitsdatum zu erstellen. Zudem kannst du auch die Nährwerte berechnen für deine Rezepte (je 100g, je Portion und je Rezept).

Welches Format für das Mindesthaltbarkeitsdatum ist erlaubt?

In Abhängigkeit davon, wie lange dein Lebensmittel haltbar ist, kannst du dir die Angabe vom Tag und/ oder Jahr sparen. Bei sehr frischen Lebensmitteln ist es logisch, dass diese nicht über 1 Jahr hinaus haltbar sind. Deswegen wird das Jahr häufig weggelassen. Es gibt aber auch Lebensmittel, die deutlich länger haltbar sind, sodass es auf den genauen Tag nicht unbedingt ankommt. Das berücksichtigt auch der Gesetzgeber bei den Vorschriften. Schau dir die folgende Grafik an um zu verstehen, unter welchen Bedingungen du die Angabe des MHD nicht auf den Tag genau machen musst.

Das Datum sollte dabei immer vollständig mit Tag, Monat und Jahr angegeben werden.

 

Bei Lebensmitteln, die weniger als 3 Monate Haltbarkeitsdatum, kann auch nur der Tag und der Monat angegeben werden.

 

Bei Lebensmitteln, die noch länger als 3 Monate haltbar sind, sollte mindestens Monat und Jahr angegeben werden.

 

Bei Lebensmitteln, die länger als 1,5 Jahre haltbar sind, kann auch nur das Jahr mit dem Hinweis „mindestens haltbar bis Ende …“ angegeben werden.

 

Mehr zu den Mindesthaltbarkeitsdatum Vorschriften erfährst du in diesem Artikel. 

Mindesthaltbarkeitsdatum Format

Mindesthaltbarkeitsdatum vs Verbrauchsdatum – wo liegt der Unterschied?

Für sehr leicht verderbliche Lebensmittel gilt das sogenannte Verbrauchsdatum als gesetzlich verpflichtende Angabe. Hier besteht nach Ablauf des Verbrauchsdatums eine Gefahr für Verbraucher aufgrund von Keimen, die für den Verbraucher selbst nicht sichtbar sind. Typische Beispiele für sehr leicht verderbliche Lebensmittel sind Geflügel, Hackfleisch oder Rohmilch.

Ein Lebensmittel, bei dem das Verbrauchsdatum abgelaufen ist, darf nicht mehr verzehrt werden. Hier handelt es sich um ein striktes Verbot.

Ein Lebensmittel, bei dem das MHD abgelaufen ist, sollte geprüft werden durch den Verbraucher. Anders als beim Verbrauchsdatum handelt es sich hierbei nur um eine Empfehlung, nicht jedoch ein Verbot, das Lebensmittel zu konsumieren.

Auf der Verpackung vom Lebensmittel kann man den Unterschied zwischen Mindesthaltsbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum relativ einfach erkennen:

Bei Lebensmitteln mit Mindesthaltbarkeitsdatum steht auf der Verpackung „mindestens haltbar bis …“.

Bei Lebensmitteln mit Verbrauchsdatum steht auf der Verpackung „zu verbrauchen bis …“.

Weiterführende Informationen zu den Pflichtangaben auf Etiketten findest du auch in diesem Artikel. 

Wie ermittelt man das Mindesthaltbarkeitsdatum?

Viele Hersteller fragen sich, wie man das Mindesthaltbarkeitsdatum ermitteln kann. Gleichzeitig fürchten viele, dass eine Laboranalyse gemäß Verordnung vorgeschrieben ist. Das ist nicht der Fall. Übrigens auch für die Nährwertberechnung ist keine Laboranalyse notwendig. Das ist insbesondere für kleine Lebensmittelproduzenten auch sehr wichtig, denn eine Nährwertanalyse im Labor ist mit hohen Kosten verbunden. Wer viele Lebensmittel Proben hat, für den kann das schnell sehr teuer werden.

Um das Mindesthaltbarkeitsdatum zu ermitteln braucht es keine Analyse im Labor.

Es gibt dafür auch nicht wirklich Listen. Die meisten Produkte verhalten sich sehr unterschiedlich.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ermittelt man somit am besten über eigene Erfahrungswerte. Eine Vorlage und weitere hilfreiche Tipps und Tricks hierfür findest du im Artikel MHD Rechner

Ein anderer guter Tipp ist einige Referenzwerte anzusehen von ähnlichen Produkten. Man kann hier meistens gut auch auf Erfahrungswerte ähnlicher Lebensmittel Anbieter setzen. Achte jedoch darauf, dass deine Wettbewerber nicht verstärkt mit Zusatzstoffen wie Konservierungsstoffen arbeiten. Dies hat natürlich Einfluss auf das Mindesthaltbarkeitsdatum.

Wie soll ich das MHD ermitteln bei sehr lange haltbaren Produkten?

Bei sehr lange haltbaren Produkten muss man unter Umständen sehr lange warten bis das Produkt verdirbt. Als Hersteller möchte man natürlich ungern mehr als 1 Jahr warten bevor man das Lebensmittel in den Verkehr bringt. Dazu noch drei ganz praktische Tipps.

Hoher Zuckeranteil wirkt wie Konservierungsstoff

Marmelade oder Konfitüre mit einem Zuckeranteil größer 50% ist kaum anfällt für bakteriellen Verderb, es sei denn, es wird kontaminiert mit einem anderen Lebensmittel. Das kennt sicherlich jeder, der das Brotmesser schon einmal nicht gesäubert hat, bevor man dies in der Marmelade benutzt.

Temperatur erhöhen zum schnelleren Testen

Die Reaktionsgeschwindigkeit-Temperatur-Regel besagt, dass die Erhöhung der Lagertemperatur den Prozess des Verderbens beschleunigt. Auch das kennt man. Wer sein frisches Obst außerhalb vom Kühlschrank liegen lässt, weiß, dass dieses schneller reift. Wer also sein Lebensmittel Mindesthaltbarkeitsdatum prüfen möchte, dem empfiehlt sich, das Produkt an einem warmen Ort liegen zu lassen. Über eine Reaktionsgeschwindigkeits-Temperatur Kurve kann man dann ungefähr ableiten, wie lange es dauert, wenn man das Lebensmittel an einem kühleren Ort lagert bis zum Verderb.

So wird übrigens auch die Messung vom MHD im Labor durchgeführt. Im Labor wird dann die Bakterienlast gemessen unter verschiedenen Lagerbedingungen. Auch hier wird die Lagertemperatur erhöht und regelmäßig erneut die Bakterienlast gemessen.

Die richtige Balance finden

Insbesondere in der heutigen Zeit, in der Verschwendung und Müll ein immer größeres Problem darstellt, ist es wichtig, dass MHD angemessen zu wählen. Setzt man das MHD zu früh an, so führt dies unter Umständen zu unnötiger Verschwendung von intakten Lebensmitteln. Ist das Haltbarkeitsdatum hingegen zu spät gesetzt, kann der Verbraucher enttäuscht sein. Versuche also ein realistisches Mindesthaltbarkeitsdatum zu ermitteln.

 

MHD für Lebensmittel Etiketten

Lebensmittel Etiketten mit MHD erstellen

Der Rezeptrechner PRO Business ist nicht nur eine Software zur Nährwertberechnung. Du kannst mit dem Rezeptrechner PRO Business auch direkt vollständige Lebensmittel Etiketten erstellen für deine Rezepte. Die Nährwert Etikett Vorlagen enthalten auch ein Mindesthaltbarkeitsdatum, welches du manuell anpassen kannst. Sobald du glücklich bist mit dem Layout, kannst du die Etiketten Vorlage als PNG, JPG oder PDF herunterladen und ausdrucken. Mehr zum Rezeptrechner PRO Business Zugang erfährst du über den Button.